So funktioniert der Einstieg für Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen im Fußball. Gerade für viele Familien ist der erste Schritt entscheidend.
Inklusives Training funktioniert nur dann, wenn klar ist, wie Teilhabe im Fußball konkret im Alltag gelebt wird.
Du musst nicht alles sofort richtig machen:
👉 Inklusion entsteht Schritt für Schritt im Alltag.
Hier erklären wir, wie inklusives Fußballtraining bei uns funktioniert.
Mit einfachen Übungen, klaren Regeln und viel Rücksicht – für alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Behinderung.
Wie funktioniert inklusives Fußballtraining?
Inklusives Training passt sich den Menschen an. Nicht alle machen das Gleiche – aber alle sind Teil des Spiels.
Inklusives Training ist der zentrale Ort, an dem Inklusion im Fußball sichtbar wird. Hier entscheidet sich, ob Teilhabe gelingt oder nicht.
Training funktioniert dann, wenn es sich an den Menschen orientiert – nicht an festen Leistungsbildern. Genau dieser Ansatz zeigt sich auch beim Einstieg von Spielern, die bisher keinen Zugang zum Fußball hatten, etwa bei Fußball mit Behinderung.
Gleichzeitig wird im Training deutlich, wie unterschiedlich Gruppen sein können. Diese Vielfalt ist der Ausgangspunkt für jede Mannschaft und zeigt sich besonders beim Aufbau einer Inklusionsmannschaft im Fußball.
Wer inklusives Training versteht, versteht auch, warum Inklusion im Fußball nicht über Regeln entsteht, sondern über den Umgang miteinander im Alltag.
Was das konkret bedeutet, wird oft missverstanden.
In unserem Training stehen Menschen im Mittelpunkt – nicht Ergebnisse. Wir trainieren so, dass jede Spielerin und jeder Spieler aktiv beteiligt ist.
Alle trainieren gemeinsam.
Regeln sind im inklusiven Fußball kein Widerspruch zur Freiheit.
Wir brechen Übungen so herunter, dass jede Person sie bewältigen kann. Warum genau das im Training entscheidend ist, zeigt sich immer wieder.
– Marcel Grabow (Ibbenbürener Kickers)
Eine einfache Spielform aus dem inklusiven Training – angepasst an die Menschen, die gerade auf dem Platz stehen.
Name der Übung: Kicker
Trainingsziel: Teilhabe, Passspiel, Orientierung, Spielverständnis
Altersstufen: alle
Geschlechter: alle
Inklusion: vollständig inklusiv
Spielerzahl: flexibel
Hilfsmittel erlaubt: Rollstuhl, Rollator, Gehhilfen
Torhüter: keine
Die Übung „Kicker“ ist eine bewusst einfache, aber sehr wirkungsvolle Spielform.
Sie ist so aufgebaut, dass jede Spielerin und jeder Spieler aktiv beteiligt ist – unabhängig von Leistungsstand, Alter oder Einschränkung.
Alle bleiben in festen Zonen.
Niemand wird überlaufen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Teilnahme steht über Tempo und Kraft.
Jedes Team hat eine Abwehr- und eine Angriffszone.
Alle Aktionen entstehen aus Zusammenspiel, nicht aus Einzelaktionen.
können gleichberechtigt mitspielen.
Diese Kommunikation entsteht nicht zufällig.
So entsteht echtes Miteinander.
Jede Spielerin und jeder Spieler hat Zeit, den Ball zu kontrollieren, Entscheidungen zu treffen und Erfolg zu erleben.
Ein typischer Moment im Training
Ein Spieler zögert beim Ballkontakt.
Ein Mitspieler ruft ihm zu: „Du hast Zeit.“
Der Ball wird gespielt. Die Situation löst sich.
Kein Druck – aber Beteiligung.
Fazit
Die Übung „Kicker“ zeigt exemplarisch,
wie inklusives Fußballtraining funktionieren kann:
einfach – fair – gemeinschaftlich – wirksam
Was viele im inklusiven Training falsch machen
➔ Zu viel planen, zu schnell eingreifen und zu stark korrigieren.
Inklusion entsteht nicht durch Kontrolle – sondern durch Vertrauen und Anpassung im Moment.
Und vor allem: sehr viel Lachen.
Die hier beschriebenen Trainingsformen sind bewusst einfach gehalten. Sie funktionieren im Kinder- und Jugendbereich ebenso wie im Erwachsenen- oder gemischten Training.
Unser Ansatz zeigt: Inklusives Training erfordert keine Spezialausbildung, sondern Haltung, Offenheit und die Bereitschaft, Fußball neu zu denken. Viele Trainer stellen sich genau diese Frage am Anfang.
Was oft falsch gemacht wird
Viele Trainings sind zu komplex. Zu schnell. Zu laut.
Inklusives Training funktioniert nur, wenn es einfach und verständlich bleibt.
Unsere Trainingsformen sind leicht übertragbar.
– Timm Grabow
Die folgenden Antworten beruhen auf unseren praktischen Erfahrungen aus der inklusiven Fußballarbeit.
Nein. Im inklusiven Training zählt nicht Können, sondern Mitmachen.
Für alle Menschen, die gemeinsam Fußball spielen möchten – unabhängig von Alter, Erfahrung oder Voraussetzungen.
Wir passen Übungen, Rollen und Tempo so an, dass alle beteiligt sind und Erfolgserlebnisse haben.
Nein. Teilhabe, Fairness und gemeinsames Spielen stehen immer vor Leistung.
Nein. Offenheit, Geduld und die Bereitschaft zuzuhören sind wichtiger als spezielle Ausbildungen.
Du musst kein Experte sein. Du musst nicht alles planen.
Der wichtigste Schritt ist: 👉 anfangen und beobachten
Viele Dinge entstehen im Training selbst.
Wenn du Unterstützung brauchst, teilen wir unsere Erfahrungen offen und praxisnah.
Viele Situationen im Training lassen sich nicht planen.
Diese Erfahrungen helfen im Umgang mit echten Situationen:
👉 wie Spieler Orientierung bekommen
👉 wie Überforderung im Training vermieden wird
Der beste Einstieg ist:
👉 einfach anfangen und im Training lernen